Samstag, 10. Mai 2025

SuzyBlue goes Sottish: 06. - 07. Mai 2025: Tage voller Überraschungen

Schon wieder geht’s frühmorgens auf die Fähre, diesmal zurück nach Oban auf’s Festland.




Da wir ein bisschen knapp aufgestanden sind, gönnen wir uns den ersten leckeren Kaffee direkt in Oban und machen uns frisch gestärkt in Richtung Norden. Aufgrund der nach wie vor guten Wetter-Aussichten haben wir entschieden, auf dem schnellstmöglichen Weg zu den äusseren Hebriden zu «fahren»: die Inseln Lewis&Harris sind unser Ziel. Leider sind alle Fähren ab der Isle of Sky bereits ausgebucht – das Handling mit den Fähren haben wir definitiv etwas unterschätzt – und so fahren wir also rauf nach Ullapool und nehmen da die Fähre nach Stornoway. Die Isle of Sky muss noch warten. Das ist dann halt zwar ein bisschen ein rauf & runter fahren, aber es ist uns wichtig, diese beiden Inseln bei schönem Wetter geniessen zu können. Da wir erst in zwei Tagen eine Fähre buchen konnten, fahren wir über einen der wenigen bekannten Pässe von Schottland: den Applecross Pass.

Zuvor aber zuerst mal der Hauptstrasse entlang in Richtung Fort William. Es gibt leider keine andere Verbindung und so reihen wir uns in den doch regen Verkehr ein. Fort William ist offensichtlich ein Outdoor-Eldorado; ist ja aber auch kein Wunder, steht der höchste Berg Schottlands direkt vor seiner Tür: der Ben Nevis mit 1345 MüM; was uns aber dann total überrascht, ist ein riesiges Fahrerlager von Trial-Fahrern. Bei der nächsten Kaffeepause gehen wir dem nach und siehe da, es findet grad der berühmte Schottische Sechstage Trial-Event statt, rund um Fort William gibt es jeden Tag an verschiedenen Standorten entsprechende Sektionen. Wir sind recht nahe bei einer dran und entscheiden uns spontan, uns das mal anzuschauen. Bei einer kleinen Bach-Sektion fahren die Trialfahrer oftmals scheinbar mühelos den steilen Bachlauf hinauf. WOW WOW WOW….. uns bleibt die Spucke weg und wir schauen fast eine Stunde lang total fasziniert den Fahr-Künsten zu.




Nur widerwillig fahren wir dann schlussendlich doch weiter, stehen doch noch ein paar Kilometer an und zum krönenden Abschluss eben der Applecross-Pass. Den ganzen Tag fahren wir endlosen Seen entlang, der Ginster blüht und obwohl es heute tatsächlich recht bewölkt ist, ist die Landschaft einfach faszinierend. Und ehrlich gesagt, sieht es jetzt so richtig nach «Schottland» aus – so wie wir uns das ausgemalt hatten. Obwohl wir Sonnenschein natürlich schon vorziehen 😉

Der berühmte Applecross-Pass führt rauf auf sagenhafte 584müm, für uns Schweizerinnen also ein Klacks, aber das schmale Strässchen und die 3-4 Haarnadelkurven machen trotzdem Spass.

Wieder runter im gleichnamigen kleinen Dörfchen gönnen wir uns den Luxus von «Glamping»: wir übernachten in einer kleinen, runden Holzhütte, wird es nachts doch immer noch um die 2-3°C kalt. Eigentlich hatten wir gehofft, im Pub – die bieten teilweise auch Zimmer an – zu übernachten, aber das hat leider genau heute Feiertag.






Und so geht ein weiterer ereignisreicher Tag zu Ende und wir freuen uns schon auf die restlichen Kilometer morgen rauf nach Ullapool.

Die Fahrt nach Ullapool dann ohne Überraschungen, ausser, dass das Wetter immer noch top ist und die kleinen Strässchen einfach der Hammer sind. Landschaftlich haut es uns aber immer wieder weg: wieder ein Tal mit See, das sich auftut, wieder eine riesige Moorfläche…. Einfach toll!! Und unterwegs kaufe ich mir beim Kaffee-Aussichts-Stop noch eine farblich passende Schafwollmütze ;-) man weiss ja nie, was uns das Wetter hier noch so beschert....
Einziger Wermutstropfen: bei meiner SuzyBlue rinnt der Vergaser; sobald der Motor still steht, läuft es raus. Naja…. muss ich halt den Benzinhahn einfach zudrehen, sobald wir stehen. Etwas umständlich, aber kein Beinbruch.







In Ullapool gönnen wir uns einen späten Lunch und checken dann am späteren Nachmittag auf die Fähre ein; wir sind tatsächlich die einzigen beiden Motorräder, die auf die Isle of Lewis&Harris rüberfahren. Unterwegs sehen wir dann auch tatsächlich noch ein paar Delphine, die uns auf dem Weg raus zur Insel begleiten. Wie schön! 
Da es schon spät ist wie wir ankommen, fahren wir direkt ins B&B. Wir wollen schliesslich am nächsten Tag ausgeruht die Inseln in Angriff nehmen können.

Montag, 5. Mai 2025

SuzyBlue goes Scottish: 03. - 05. Mai 2025: Auf den Spuren von James Bond.....

Wir haben beschlossen, dass wir in Inveraray eine 2. Nacht anhängen - da das Hostel bereits ausgebucht ist, allerdings wieder im Zelt im Garten des Hostels - und am Samstag eine Rundtour machen. Ziel: das berühmte Loch Lomond und die umliegenden Täler und Seen. Es hat deutlich mehr Verkehr und wir sind froh, weichen wir zwischendurch auf kleine Single Roads aus; landschaftlich holt mich Schottland heute das erste Mal nicht ab: es sieht aus wie bei uns im Oberengadin, einfach viiiiiel grösser. Schön ja, aber es reisst mich nicht aus den Socken. Allerdings sind wir echt unglaublich dankbar, dass sich das berüchtigte, Schottische Wetter von seiner besten Seite zeigt: Sonne pur!! Die Schotten selber machen uns immer wieder darauf aufmerksam, wie glücklich wir uns schätzen können. Und das tun wir ja auch ;-) Auch diesen Abend lassen wir im Hotel The George ausklingen und verbringen den Abend im dazu gehörigen Pub, inklusive leckerem Abendessen.





Am nächsten Tag stürzen wir uns wieder auf die grosse Hauptstrasse in den Sonntagsverkehr. Aber schon bald biegen wir ab ins urige, märchenhafte Tal "Glen Etive", wo der James-Bond-Film "Skyfall" teilweise gedreht worden ist.  Es fühlt sich an wie in einer anderen Welt. Wir fahren bis ganz ans Ende und brutzeln uns direkt am See ein feines Reisgericht. Es ist unglaublich friedlich hier und hat nur sehr wenige Leute, die auch bis ans Ende gefahren sind. Ach, haben wir's nicht einfach schön?  




Aber irgendwann kommen wir nicht drumherum, wir müssen aus dem Tal raus und quasi zurück in die Zivilisation. Ich will ja aber überhaupt nicht meckern: wir fahren auf einer perfekten Motorrad-Strecke in Richtung Oban und lassen es richtig krachen, liegt hier die erlaubte Geschwindigkeit doch bei 95khm auf der Hauptsstrasse. Zum Abschluss noch ein kleiner "Umweg" auf einer Single Road und so gelangen wir problemlos nach Oban, natürlich auch berühmt für seinen Whisky. Beim Abendessen kommen wir ins Gespräch mit einem Schottischen Pärchen, das uns ausfragt, was wir so über unsere direkte Demokratie denken. Sie sind überzeugte Schotten und möchten unbedingt endlich die Unabhängigkeit für Schottland. Es wird eine lustige Runde und wir erfahren noch ein paar Insidergschichten - z.Bsp. über den "Anschlag" auf Donald Trumps Golfplatz von den Schottischen Palästinenserfreunden, nachdem er verbreitet hatte, den Gaza-Streifen als sein neues Trump-Vergnügungs-Viertel umzumodeln...... wir sind uns nicht ganz sicher, ob sie wirklich nur davon gehört hatten oder eventuell doch mehr wissen; anyway, William Wallace hätte seine Freude an den beiden gehabt.... und wir hatten einen spannenden Abend.




Am Montag nun geht es rechtzeitig zur Fähre, wollen wir doch heute die Isle of Mull entdecken. Was für ein Spass, was für eine Landschaft: wilde Küste, kitschiger weisser Sandstrand, weitläufige Moor-Täler, imposante Hügel und das alles im Hochmoor-Style. Wir sind allerdings froh, sind wir heute Montag und nicht während der Hauptsaison auf der Insel unterwegs: die SingleRoads machen nur solange Spass, wie man nicht alle paar Meter auf den Ausweichplatz raus und warten muss, bis der entgegenkommende Verkehr vorbei ist. Auch heute spielt das Wetter mit, wir können uns Glück kaum fassen und sind hin-und-weg von den klaren, intensiven Farben. Nach dem obligaten Besuch von Glencorm Castle - wir haben uns vorgenommen, sicher ein Castle zu besuchen - umrunden wir quasi die Insel: vorbei an Whale watchern, Vogel-Liebhaber, meist direkt der Küste entlang. Einfach ein Traum!!! Im Hotel angekommen sitzen wir dann den ganzen Abend in der Hotel-Bar mit traumhafter Aussicht auf die Küste gegenüber und lassen diesen herrlichen Tag gemütlich ausklingen..... standesgemäss bei einem feinen Gläschen einheimischen Tobermory Whisky.







Samstag, 3. Mai 2025

SuzyBlue goes Scottish: 29. April – 02. Mai 2025: Schottland, wir kommen!

Nach einer wirklich problemlosen Überfahrt erreichen wir Newcastle upon Tyne pünktlich und fahren schon nach kurzem Zoll-Prozedere aus dem Fährhafen.

Unseren 1. Tag in England nehmen wir gemütlich, müssen wir uns doch an den Links-Verkehr zuerst mal gewöhnen. Nachdem wir Newcastle auf schnellstem Weg verlassen haben, führen uns kleine Landstrassen der der «Hadrian’s Wall» entlang bis nach Carlisle. Leider ist Altstadt grad keine lauschige Fussgängerzone sondern eine Monster-Baustelle, da der komplette Belag an Pflastersteinen neu belegt wird. Schade. Wir besichtigen aber nichts destotrotz die beeindruckende Kathedrale aus dem 13. Jahrhundert.



Blühender Ginster, weite Felder & Hügel, sehr wenig Verkehr und unzählige Schafe mit oft scheinbar frisch «geschlüpften» Lämmchen begleiten uns auf den ersten 120km. Und das sollte sich auch in den nächsten 3 Tagen nur unbedeutend ändern. Einfach herrlich.



Am 2. Tag überqueren wir endlich bei Gretna offiziell die Schottische Grenze (!!) und fahren anschliessend wieder querfeldein bis auf den Campingplatz neben Culzean Castle; nicht ohne vorher den beeindruckenden Leuchtturm von Turnberry zu besuchen - wir bemerken erst da, dass der dazugehörigen Golfplatz und der echt schön renovierte Leuchtturm 2014 von Donald Trump gekauft und alles restauriert worden war. Naja; der Leuchtturm hat sich das ja nicht ausgesucht, schön anzusehen war er trotzdem.



Unsere 1. Nacht im Zelt wollen wir natürlich gebührend feiern; leider verfügt der Campingpplatz über keinen Shop, deshalb sattle ich SuzyBlue nochmals und kaufe uns entsprechendes Material ein 😉

Der 2. Tag führt uns bereits auf unsere erste Insel: Isle of Arran; zwar klein, aber die Szenerie und Landschaft einfach nur atemberaubend. Das Übernachtungsangebot ist recht überschaubar: entweder unfassbar teuer oder nicht mehr existent. So versuchen wir auf gut Glück einen der wenigen Campingplätze, an der Südspitze der Insel: Sealshore Camping. Und was für ein Glücksgriff: direkt am Strand, nicht teuer, alles vorhanden was das Camperherz begehrt (ausser dem Shop für das obligate Stiefelbier), wenig andere Gäste: klein aber fein! 




Die Nacht zwar recht kühl, aber dank Lisa’s zusätzlichem Inlet überstehe ich diese Nacht in meinem Hochsommer-Schlafsack (keine Ahnung, was ich mir dabei gedacht habe, den mit nach Schottland zu nehmen!!) und nach einem heissen Tee nehmen wir den 3. Tag in Angriff.: die Küste von Arran rauf zur Fähre – auf dem Weg erleben wir die ersten 3-4 Minuten leichten Regen in Schottland!! - , die uns rüber zur Halbinsel Kintyre bringt. Die Wartezeit verkürzen wir mit einem superleckeren Sandwich, «home made» und mit viel Liebe hergerichtet.


Auf der Halbinsel Kintyre angekommen ziehen wir südwärts nach Campbeltown und weiter ans South End. Und wieder: kaum Verkehr auf den Single Roads, die Fahrt fühlt sich an wie Achterbahn fahren: rauf, runter, rechts rum, links rum…. Und dabei immer ein Auge in der Mitte der Fahrbahn, wo einiges an Schotter liegt. Wir wechseln von der Küste ins Landesinnere, vorbei an viel Landwirtschaft, (leider) abgeholzte Flächen und wieder zurück an die Küste. Das Wetter spektakulär: wo wir von der Insel Arran aus noch Regen gesehen hatten, scheint auch hier inzwischen wieder die Sonne. 



Nach einem herrlichen Tag kommen wir abends in Inveraray an und beziehen ein schnuckelig kleines Zimmerchen im einzigen Hostel vor Ort. Aus dem geplanten Shopsightseeing-Spaziergang wird nichts: die meisten Shops und sogar Coffeeshops haben bereits um 17 Uhr geschlossen! So landen wir notgedrungen im Pub vom The George Hotel, wo wir fasziniert dem lustigen (und absolut nicht verständlichen) Dialekt der Einheimischen lauschen. Zurück im Hostel planen wir dann die kommenden Tage; wir haben inzwischen gelernt, dass man die Fähren besser rechtzeitig plant, genau so wie die Übernachtungsplätze. Wir sind – obwohl noch nicht Saison – im Touristengebiet und zahlbare Unterkünfte echt rar gesät. Und jede Nacht bei max. 8°C möchten wir nun doch nicht im Zelt übernachten.